Die übersehene Frau – blinde Flecken der modernen Medizin
Warum werden Krankheiten bei Frauen teilweise später erkannt oder anders behandelt? Die Ärztin und Gendermedizinerin Jeanne Moor zeigt, wie der männliche Körper lange als medizinischer Massstab galt – und welche Folgen das bis heute haben kann.
Frauen sind in medizinischen Studien und Leitlinien noch immer teilweise unterrepräsentiert. Gleichzeitig können sich Krankheiten, Symptome und die Wirkung von Behandlungen je nach biologischem und sozialem Geschlecht unterscheiden. Dr. med. Jeanne Moor zeigt, wo solche blinden Flecken in Forschung und medizinischer Versorgung sichtbar werden und macht deutlich, weshalb eine geschlechtersensible Medizin nicht nur Frauen zugutekommt, sondern zu einer individuelleren und besseren Gesundheitsversorgung für alle beitragen kann.
Jeanne Moor ist Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin am Inselspital Bern und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Gendermedizin der Universität Zürich. Ihre Forschung beschäftigt sich unter anderem mit geschlechtsspezifischen Unterschieden bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
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